V2L BMW iX3 neue Klasse - ADAC Test Review / Vergleich
Elektroauto als Powerbank: Ist Vehicle-to-Load sicher?
Elektroautos können als portable Powerstation für Outdoor- und Campingaktivitäten genutzt werden. Aber funktioniert Vehicle-to-Load überall und sicher? Der ADAC hat sechs Autos daraufhin untersucht.
- Mit dem E-Auto lassen sich Elektrogeräte betreiben
- Immer mehr E-Autos haben die Funktion
- Nicht immer funktioniert die Technik perfekt
Zunehmend rückt nicht nur das Aufladen, sondern auch die Entnahme von Strom, das bidirektionale Laden, in den Fokus von Elektroauto-Fahrerinnen und -fahrern. Während die Rückspeisung von Strom ins Haus (Vehicle-to-Home; V2H) oder ins Stromnetz (Vehicle-to-Grid; V2G) noch teure Nischenanwendungen sind, hat Vehicle-to-Load (V2L) den Weg in den Massenmarkt gefunden.
Dabei handelt es sich nicht um Spielerei. Die V2L-Funktion kann einen echten Mehrwert für unterschiedlichste Zielgruppen darstellen, egal ob für Camping, im Garten oder andere Outdoor-Anwendungen. Beispiele sind das Betreiben einer Kühlbox, eines Tischgrills, einer Heckenschere oder das Aufladen eines E-Bikes. Ein oft aufwendiger Netzanschluss oder die Anschaffung eines teuren Stromaggregats wird dadurch überflüssig.
So die Theorie. Doch bisher gab es noch keine systematischen Versuche zur Sicherheit und Bedienung der Ladefunktion externer Elektrogeräte. Deshalb hat der ADAC an verschiedenen E-Autos untersucht, wie gut Vehicle-to-Load funktioniert, wie sicher es ist und wo es Verbesserungspotenziale gibt.
Die untersuchten Autos
- BMW iX3
- BYD Seal
- Kia EV5
- MG4
- Renault 5
- XPeng G9
V2L: Ladegerät und Adapter
Außer dem bidirektionalen Ladegerät im Auto ist zum Aufladen oder Betreiben von elektrischen Geräten ein Adapter vonnöten, der in die Ladebuchse des Autos passt. Die Hersteller-Adapter der sechs Testwagen waren nicht einheitlich, sondern unterschiedlich gestaltet.
Die Adapter von MG und BYD haben ein Kabel, an dessen Ende eine Mehrfachsteckdose angebracht ist. Beim Kia-Adapter ist ein Regenschutz vorgesehen, der das Eindringen von Nässe während des Entladens verhindern soll. Alle anderen Adapter bieten keinen speziellen Regenschutz. Aber Achtung: Um nicht haftbar gemacht werden zu können, untersagen alle Hersteller die V2L-Funktion bei Nässe!
Bei BMW und XPeng startet ein Ladevorgang ohne jede weitere Aktion: Einstecken, kurz warten, Ladedose leuchtet, Funktion ist verfügbar. Bei BYD und Kia muss ein Knopf am Adapter gedrückt werden, um V2L zu aktivieren, bei MG ein Touchbutton im Display. Bei Renault erfolgt die Aktivierung durch ein langes Drücken auf den Knopf am Adapter.
Adapter aus dem Zubehörhandel wurden hier nicht untersucht.
Wie sicher ist Vehicle-to-Load?
(…)
Auch wenn die Sicherheit der V2L-Funktion bei allen untersuchten Fahrzeugen absolut gegeben ist – hinsichtlich der Adapter-Gestaltung, der Benutzerführung sowie der Anzeige etwaiger Ladefehler besteht erhebliches Potenzial zur Verbesserung. Die Bedienung ist oft unnötig komplex, die Nutzerführung verwirrend, und Fehlermeldungen sind teils nichtssagend, teils übertrieben dramatisch.
Ein Ärgernis ist, dass alle Autobauer eine Nutzung bei Nässe bzw. Regen verbieten, obwohl die Adapter teils wassergeschützt ausgeführt sind und Vehicle-to-Load eigentlich nur dann sinnvoll genutzt werden kann, wenn das Fahrzeug im Freien steht. Außerdem verriegeln nicht alle Hersteller den Adapter im Betrieb so, wie es bei normalen Ladekabeln während des Betriebs vorgeschrieben ist.
Die Benutzerführung im Fahrzeugdisplay ebenso wie die Bedienung der Adapter an sich sollte intuitiver und einfacher sein. Eine Handreichung, ob die Vehicle-to-Load-Funktion am Adapter selbst oder im Fahrzeugdisplay aktiviert werden muss, kann hilfreich sein.
Was Fehlermeldungen angeht, tritt Kia als Einziger positiv hervor und zeigt bei Überlast an: "Verbrauch zu hoch". Das lässt zumindest ungefähre Rückschlüsse auf die Fehlerquelle zu. Nur erscheint dieselbe Meldung auch bei einem Kurzschluss. BMW zeigt immer an: "Ladefehler, verbundenes Gerät nicht kompatibel" – was immer das bedeuten könnte.
Komplett nachzulesen unter Quelle:
https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/elektromobilitaet/elektroauto/vehicle-to-load/